Alec & I auf HR2

Morgen Abend, 12.Mai, um 21:30 sendet HR2 (Livestream) einen Mitschnitt einer Veranstaltung aus der Frankfurter Fabrik mit Alec Kopyt und mir. Alec singt einen ganzen Sack Odessaer Lieder und erklärt in feinstem Odessa-Australien-Amsterdam Englisch, worum es geht. Ich erzähle und lese aus „Das Regime und die Dandys“. Dazu gibt es noch allerhand tolle Musik von Arkadij Sewernyj. Pflichtveranstaltung also!

Alec, begabter Mythenschöpfer wie alle Odessiten, erzählte mir in Frankfurt von einer seltsamen Begegnung im Sommer 1977, kurz vor seiner Ausreise nach Australien. Auf einer Barkasse, so Kopyt, die zwischen dem Hafen und einem der Odessaer Strände verkehrte, sei ihm an diesem Tag ein betrunkener Mann begegnet. Der Mann sah nicht eben gut aus, vertrug den Seegang wahrscheinlich nicht und fragte den jungen Kopyt, der an seine Ohren zu diesem Zeitpunkt nur Deep Purple und Led Zeppelin heranließ, ganz sicher aber keine Odessaer Gaunerchansons: „Weißt Du überhaupt wer ich bin?“ – Kopyt machte ein indigniertes Teenagergesicht, der betrunkene Mann aber übertrumpfte ihn spielend und krakelte fidel: „Ich bin Arkadij Sewernyj!“

Kopyt emigrierte, vergaß die seltsame Begegnung, hatte besseres zu tun. Dann, eines Tages, Jahre später, hörte er zum ersten Mal in seinem Leben ein Lied von Arkadij Sewernyj.

Ausgedacht? Vielleicht. Aber in jedem Fall: Gut ausgedacht!

Hier sind Alec Kopyt und Leonid Soybelman: 

Und hier ist der betrunkene Gott von der Odessaer Barkasse mit einem absoluten Klassiker des Odessa Chansons: „Ужасно шумно в доме Шмеерзона!/Sehr laut ist’s in Schmeersons Haus!“ Bei Schmeerson wird einerseits der Sohn des Hausheern verheiratet, andererseits sind da noch die vier wilden Brüder Chaim, Naitula und Ljowa, die zu ihrem Bruder Abram nach Odessa kommen und eine Jazzband gründen.

Hier noch die amtliche Version des großen Alik Oschmjanskij, die Kopyt z.B. der Sewernyjs entschieden vorzieht. Schließlich stammte Sewernyj – anders als Oschmkanskij und Kopyt selbst – nicht aus Odessa!

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